Versuch`s mal...
Dienstag, 20. Oktober 2015 | Leben

 

Ghee oder auch umgangssprachlich Butterschmalz genannt, ist eine geklärte Butter.

Wir trennen beim Kochvorgang Eiweiß (Proteine), Wasser, Salze und Milchzucker.  Ebenso haben wir alle chemischen Zusätze, Konservierungsstoffe und sonstige Störfaktoren eliminiert.

Fangen wir einmal beim Kochen an. Warum soll ich mit Ghee kochen?

Da wir jetzt Ghee in geklärter Form haben, können wir alles anbraten ohne das es uns so schnell anbrennt wie üblich, da wir keine Eiweißanteile mehr haben. Gewürze, Gemüse od. Fleisch zum Beispiel. Wir können fritieren und backen.  Ghee ist hoch erhitzbar.

 Aber das Wesentliche ist, dass es über eine sehr gute Trägersubstanz verfügt und alle Heileigenschaften der Gewürze übertragen kann. Der Geschmack wird intensiviert und daher brauchen wir keine diversen unnatürlichen Geschmacksverstärker.  Es geht beim Kochen nicht nur um das materielle sondern wir wollen das so viel wie möglich von der feinstofflichen Qualität der Nahrungsmittel erhalten bleibt.  Das bringt uns die Energie über die wir verfügen können und entscheidet ob wir uns müde oder vital fühlen.

Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, warum soll ich überhaupt Fett verwenden? Angeblich  sind ja Fette  sehr ungesund und meistens verpönt. Fast jeder Mensch hat erhöhte Werte. Und dann noch zusätzlich viel Ghee verwenden? 

Ayurveda sieht das ein bisschen anderes. Unser Körper braucht gesunde Fette. Und Ghee gehört dazu. Bitte habe keine Angst davor.

 Ghee schützt unsere Zellen.

Ghee schützt unser Nervensystem, kühlt den Geist und schärft unser Gedächtnis.

Ghee schützt uns in der kalten Jahreszeit und unterstützt das harmonische Zusammenspiel des Körpers.

Ghee stärkt die Sehkraft und erhöht nicht Cholesterin.

Beim Wasser trinken können wir die wasserlöslichen Stoffe binden und bei der Verwendung von Ghee rücken wir den fettlöslichen Schlacken zu Leibe.  Und somit können wir sie leicht ausscheiden.

 Ghee bei der Massage:

Die klassische ayurvedische Fußmassage (Padabhyanga) wird mit Ghee durchgeführt.

 Tiefe Ruhe, erholsamen Schlaf und kräftigende Wirkung auf den ganzen Körper wird uns geschenkt.

 Da sich viele Marma- Vitalpunkte und Fußreflexzonen sich in unseren Füßen befinden, werden  diese ausgestrichen, gedrückt und geölt. So lösen sich Spannungen im ganzen Körper.

 
So wird es gemacht:

Keine Angst vor dem Selbermachen.

 Du brauchst zwei bis vier Packerl Bio- Butter (je nach Menge), einen Topf (wenn geht mit dicken Boden), Stoffwindel, Metallsieb und ein Glas zum Verschließen.

1. Butter auf kleiner Hitze im Topf  schmelzen und sanft köcheln lassen. Ab und zu umrühren, damit die Butter nicht anbrennt.

 2. Nach vierzig Minuten (bei zwei Packerl) hat sich der weiße Schaum auf der Oberfläche zu einer goldbraunen Kruste auf den Boden abgesetzt. Wenn die Flüssigkeit durchsichtig ist und man gut den Boden sehen kann wird das Ghee  fertig.

 3. So, und jetzt gehört nur mehr ein Stück von der Stoffwindel in das Sieb gelegt und in das Glas abgeseiht.  Vorsicht sehr heiß.

 4. Auskühlen lassen und verschließen. Es müsste eine schöne goldgelbe Farbe haben. Und das erste Ghee ist geschafft.

 Butterschmalz das es zum Kaufen gibt, ist nicht im geringsten vergleichbar bzw. so wertvoll wie das selbstgemachte Ghee, überhaupt wenn wir es mit Liebe zubereiten (einigermaßen gute Qualität gibt es in Bio- Supermärkten).

 

Ein weiterer Vorteil von Ghee, es muss nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden und hat somit immer eine weiche Konsistenz, es wird auch nicht ranzig.

 Jetzt wissen wir warum wir damit kochen sollen und warum es bei der Massage verwendet wird.

 Aber es gibt noch einige Gründe warum Ghee in keinem Haushalt fehlen sollte.

 Bei Verbrennungen ist Ghee die erste Wahl. Es lindert den Schmerz und kühlt.

 Bei Kopfschmerzen: drei bis fünf Tropfen aufgewärmtes Ghee in beide Nasenöffnungen. Besonders hilfreich bei Stress verursachendem Kopfweh.

 Bei Fieberblasen: Ghee vermischt mit Kurkuma auftragen (Vorsicht  man wird ein bisschen gelb).

 Bei allen Pitta- Beschwerden, bei denen unser inneres Feuer zu hoch ist.

Pitta ist eines der drei Doshas, bei dem die Elemente Feuer und ein bisschen Wasser vorherrschen. Und wenn es aus dem Gleichgewicht geraten ist, gibt es typische Pitta- Beschwerden wie Entzündungen aller Art, zu viel Säure im Körper oder Hautunreinheiten. 

Wir haben so viel zusätzlichen Nutzen von Ghee und es stärkt unsere Gesundheit. Und wer möchte nicht gesund und jungendlich  bleiben ;)

 

Das nächste Mal erzähle ich euch etwas über ayurvedische medizinierte Öle.  Wo werden sie verwendet und von wo bekommen die Öle die hohe Heilkraft?

Bis bald!

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  • Berührender Genuss, Kraft im Alltag, wohltuende Gesundheitsvorsorge!

  • Ich helfe Menschen dabei sich wohlzufühlen und dabei ihre Gesundheit zu stärken.




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